Kiemenfußkrebs

 

Die Kiemenfußkrebse tragen diesen Namen, weil sie tatsächlich mit ihren Beinen atmen, denn daran tragen sie ihre Kiemen.

Sie gehören zur großen Familie der Crustacea (Krustentiere).

Bisher sind etwa 45000 Krebsarten bekannt.

 

Besonderes
Ein Urzeitkrebs, d.h. E. grubei ist ein "lebendes Fossil" und lebte bereits zu Zeiten der Dinosaurier auf der Erde.

Lebensraum
Eubranchipus grubei ist eine Frühjahrsform und bewohnt zumeist temporäre und fischfreie Kleingewässer, Flutmulden, Überschwemmungstümpel, Binnendeichs gelegene Druckwassertümpel, Auwaldtümpel sowie staunasse Senken und Gräben.

Biologie und Ökologie

Der Kiemenfußkrebs ist eine Frühjahrsform und schlüpft zum Teil    bereits im Februar aus den Dauereiern.

Manchmal findet man die Larven (Nauplien) und ausgewachsene Exemplare sogar unter einer geschlossenen Eisdecke.

Je nach Wasserstand, vor allem in den Überflutungsauen der Flüsse, kann sich der Schlupfzeitpunkt bis in den Mai erstrecken.

Diese Urzeitkrebse schlüpfen nicht in jedem Jahr und können daher bei einer einmaligen Untersuchung leicht übersehen werden.

Aus den Dauereiern, die sehr trocken- und kälteresistent sind, können auch erst nach vielen Jahren Larven schlüpfen. Dies ist eine sehr gute Anpassung an die ephemeren (temporär wasserführenden) Lebensräume dieser Krebsart.

Wie lebt, überlebt und verbreitet sich dieser Krebs?

Enten und andere Wasservögel nehmen den Krebs mit ihrer Nahrung auf.
Die befruchteten Krebseier aus dem Eisack der gefressenen Weibchen überleben diese Prozedur und gelangen über den Kot der wandernden Wasservögel in neue Lebensräume.

Der Urzeitkrebs ist durch die Lebensraumveränderungen, wie Absenkung des Grundwasserspiegels, Verfüllung/Drainierung von Senken und Feuchtwiesen, Ausbau von Flüssen und die Umwandlung von Grünländern in Ackerland, besonders in den Flussauen stark gefährdet.

Große Farbvariabilität ist bei Eubranchipus keine Seltenheit.