Wie funktioniert ein Bienenvolk?

(zu Besuch beim Imker Hermann im Elmstal)

 

Der Imker (Hermann) beschäftigt sich mit der Haltung, Züchtung sowie Vermehrung von Honigbienen und der Herstellung von Honig.

 

Die Bienenvölker werden in künstliche Nisthöhlen, den Bienenstöcken, untergebracht. Darin sind sie z.B. vor Witterungseinflüssen geschützt. Das nennt man Beute. In der modernen Imkerei kommen Magazin-Beuten (zusammen- gesetzte Kästen aus mehreren Holz- oder Kunststoffkästen) und der sogenannte mobile Wabenbau zum Einsatz. In jeder Beute leben etwa 10.000 bis 20.000 Bienen, sie bilden ein Volk. Je größer das Bienenvolk ist, umso mehr Zargen (Etagen) stapelt der Imker aufeinander. Er beobachtet genau, ob und wie stark seine Bienenvölker wachsen.

In die Kästen steckt der Imker Rähmchen. Das sind Holzrahmen, in die die Bienen ihre Waben aus Wachs bauen. Als Starthilfe für den Wabenbau wird eine Mittelplatte aus Bienenwachs in das Rähmchen befestigt. Die Bienen verwenden die Waben vielseitig. Sie bauen sie sowohl, um darin ihre Larven aufzuziehen als auch ihre Vorräte (Honig und Pollen) aufzubewahren.

 

Ab dem Frühjahr legt die Königin 1000 bis 1500 Eier pro Tag (ungefähr 500 Bienen sterben pro Tag). So wächst das Volk täglich. Die Königin bestimmt, ob sie die Eier befruchtet oder nicht. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen Arbeiterinnen, aus den unbefruchteten schlüpfen die männlichen Bienen (Drohnen). Damit aus einer Larve eine neue Königin wird, füttern die Bienen sie mit einem speziellen Futtersaft. Dieser Saft heißt Geleé Royale.

Jedes Bienenvolk hat seinen eigenen Geruch und findet so immer zu seinem Bienenstock zurück.

Bienen sammeln Nektar von Blüten. Diesem fügen sie in ihrem Honigmagen Enzyme hinzu. Enzyme sind Stoffe, die eine chemische Reaktion beschleunigen oder verursachen. Die Bienen würgen den jetzt noch recht dünnflüssigen Honig aus ihrem Magen und lagern ihn in die Zellen der Waben ein. Damit der Honig dickflüssiger wird, erzeugen die Bienen mit Muskelbewegungen einen Luftstrom. Der Honig trocknet dadurch schneller, weil er Wasser verliert. Anschließend machen die Bienen einen Wachsdeckel über die Wabe. Der Vorrat ist fertig. Den Wachs produzieren die Bienen mit bestimmten Drüsen.

Wenn eine Biene eine Futterquelle gefunden hat, teilt sie die Quelle den anderen Arbeitsbienen durch einen Bienentanz mit (Schwänzeltanz oder Rundtanz).

 

Um den Honig zu ernten, nimmt der Imker die Rähmchen mit den Waben voller Honig aus den Kästen. Er entfernt die Wachsdeckel von den Waben. Anschließend werden die Rähmchen in eine Honigschleuder gestellt und geschleudert. Durch die Fliehkraft beim Schleudern wird der Honig aus den Waben gedrückt und läuft an der Innenwand der Schleuder durch zwei Siebe. Danach kann er in Gläser abgefüllt werden.

Jedes Bienenvolk aus dem Elmstal stellt in der Zeit zwischen März und Mai ca. 21 Kilo Honig her.

 

Eine der wichtigsten Arbeiten des Imkers besteht darin, zu kontrollieren, ob ein Bienenvolk unter Parasiten leidet (Varoa-Milbe), die sofort bekämpft werden muss.